Der große Bauspar-Ratgeber

Alle Fragen & Antworten zum Bausparvertrag verständlich erklärt

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Zum Vergleich

1. Grundlagen: Was ist das überhaupt?

Was ist ein Bausparvertrag eigentlich genau?

Ein Bausparvertrag ist ein Finanzprodukt, das Sparen und Finanzieren verbindet. Du sparst erst ein Guthaben an und erhältst dafür später ein zinsgünstiges Darlehen. Es ist quasi eine Wette auf die Zukunft: Du sicherst dir heute die Zinsen für dein Hausprojekt in 10 oder 15 Jahren.

Wer hat den Bausparvertrag erfunden?

Wer hat's erfunden? Tatsächlich nicht die Schweizer! Die moderne Form entstand in Deutschland. 1921 gründete Georg Kropp die "Gemeinschaft der Freunde" (die spätere Bausparkasse Wüstenrot), um Menschen mit wenig Kapital den Weg zum Eigenheim zu ermöglichen.

Wofür ist ein Bausparvertrag gut?

Er dient primär dem Bau, Kauf oder der Renovierung einer Immobilie (wohnwirtschaftliche Verwendung). Er kann aber auch als reiner Sparplan mit staatlicher Förderung oder als Zinssicherung für eine spätere Anschlussfinanzierung genutzt werden.

2. Abschluss & Zielgruppen

Wer kann einen Bausparvertrag abschließen?

Grundsätzlich jeder – vom Neugeborenen (durch die Eltern) bis zum Senior. Es gibt keine Altersgrenze nach oben, allerdings muss für den Darlehensteil später die Bonität geprüft werden.

Wer braucht heute noch einen Bausparvertrag?

Besonders drei Gruppen: Sicherheitsorientierte, die Angst vor steigenden Zinsen haben. Modernisierer, die in ein paar Jahren Geld für ein neues Dach oder eine Heizung brauchen. Förderberechtigte, die über die Wohnungsbauprämie Renditen mitnehmen, die kaum ein anderes Sparkonto bietet.

Wo sollte man einen Bausparvertrag abschließen?

Es gibt zwei Welten: Die privaten Bausparkassen (wie Schwäbisch Hall, Bausparkasse Mainz oder BHW) und die Landesbausparkassen der Sparkassen (LBS). Auch Direktbanken wie die ING vermitteln oft Tarife von Partnern. Ein Vergleich lohnt sich immer, da die Gebühren und Darlehenszinsen stark variieren.

3. Kosten & Finanzen

Warum ist mein Bausparvertrag am Anfang im Minus?

Keine Panik, das ist normal! Das liegt an der Abschlussgebühr. Diese wird sofort bei Vertragsbeginn fällig und mit den ersten Sparraten verrechnet. Erst wenn diese Gebühr "abgespart" ist, wandert dein Kontostand ins Plus.

Warum wird ein Jahresentgelt berechnet?

Viele Bausparkassen verlangen eine jährliche Kontoführungsgebühr (ca. 12 € bis 30 €). Das ist rechtlich umstritten, wird aber in vielen Tarifen für die "Verwaltung in der Sparphase" weiterhin erhoben.

Was zahlt der Arbeitgeber dazu?

Stichwort: Vermögenswirksame Leistungen (vL). Viele Arbeitgeber zahlen bis zu 40 € monatlich direkt in deinen Bausparvertrag. Das ist quasi geschenktes Geld für deinen Hausbau.

4. Die Zuteilung (Das Herzstück)

Was bedeutet "zuteilungsreif"?

Das ist der "Magic Moment". Es bedeutet, dass die Bausparkasse dir das angesparte Geld UND das günstige Darlehen zur Auszahlung anbietet.

Was ist die Bewertungszahl?

Die Bewertungszahl entscheidet, wann du dein Geld bekommst. Sie berechnet sich aus der Höhe deines Guthabens, der Zeit und den gezahlten Zinsen. Wer fleißig und lange spart, dessen Bewertungszahl steigt schneller – und er kommt eher an sein Darlehen.

Was passiert, wenn die Bausparsumme erreicht ist?

Wenn dein Sparguthaben die vereinbarte Bausparsumme erreicht, ist der Vertrag "vollbespart". Du bekommst dann kein Darlehen mehr, da kein Differenzbetrag mehr offen ist. Meistens kündigt die Bausparkasse den Vertrag dann kurz darauf aus.

5. Steuern & Förderungen

Wo trage ich den Bausparvertrag in der Steuererklärung (Elster) ein?

Zinserträge: Anlage KAP (falls der Sparerpauschbetrag überschritten wurde). Wohn-Riester: Anlage AV. Wohnungsbauprämie: Diese beantragst du direkt über die Bausparkasse, nicht über das Finanzamt.

Was bedeutet das Ende der Sperrfrist?

Die staatliche Wohnungsbauprämie ist oft an eine 7-jährige Sperrfrist gebunden. Wenn du vorher kündigst und das Geld nicht für den Bau verwendest, musst du die erhaltenen Prämien unter Umständen zurückzahlen.

6. Kündigung, Erbe & Spezialfälle

Wer kann einen Bausparvertrag kündigen?

Nur der Vertragsinhaber oder eine bevollmächtigte Person. Bei Minderjährigen müssen beide Erziehungsberechtigten unterschreiben.

Wie lasse ich mir den Bausparvertrag auszahlen?

Du musst die Zuteilung annehmen oder den Vertrag kündigen. Nach Ablauf der Kündigungsfrist (meist 3–6 Monate) wird das Guthaben inklusive Zinsen auf dein Girokonto überwiesen.

Wer erbt den Bausparvertrag nach dem Tod?

Der Vertrag fällt in die Erbmasse. Die Erben können den Vertrag entweder fortführen (zu den alten Konditionen!), ihn sich auszahlen lassen oder auf eine andere Person übertragen.

Kann man einen Bausparvertrag übertragen?

Ja, eine Übertragung innerhalb der Familie (Ehepartner, Kinder) ist meist problemlos möglich. Das ist oft sinnvoll, um den Kindern die alten, guten Zinskonditionen zu sichern.

8. Flexibilität & Änderungen

Kann ich die Bausparsumme nachträglich erhöhen?

Ja, das ist meistens möglich. Aber Achtung: Bei einer Erhöhung fällt für den zusätzlichen Betrag erneut eine Abschlussgebühr an. Zudem kann sich dein Tarif oder der Zinsanspruch dadurch ändern, da der Vertrag rechtlich oft wie ein "neuer" Vertrag behandelt wird.

Kann ich die Bausparsumme senken?

Ja, eine Senkung der Bausparsumme ist oft sinnvoll, wenn du schneller an dein Darlehen kommen möchtest (da du das Mindestsparguthaben dann früher erreichst). Die bereits gezahlte Abschlussgebühr für den höheren Betrag wird jedoch in der Regel nicht erstattet.

Was passiert, wenn ich die Sparrate nicht mehr zahlen kann?

Bausparverträge sind sehr flexibel. Du kannst die Sparrate jederzeit reduzieren oder ganz aussetzen. Es gibt keinen "Zwang" zur monatlichen Zahlung wie bei einem Kredit – allerdings verschiebt sich dadurch natürlich der Zeitpunkt, an dem der Vertrag zuteilungsreif wird.

9. Wohn-Riester & Förderung

Wofür kann ein Riester-Bausparvertrag (Wohn-Riester) verwendet werden?

Wohn-Riester ist streng zweckgebunden. Du kannst es für den Kauf oder Bau einer selbstgenutzten Immobilie, für die Tilgung eines entsprechenden Darlehens oder für den altersgerechten Umbau nutzen. Ein "Verjubeln" des Geldes führt zur Rückzahlung aller Förderungen.

Wie funktioniert die Wohnungsbauprämie für junge Leute?

Für unter 25-Jährige gibt es eine Sonderregelung: Sie dürfen einmalig nach sieben Jahren über das Geld verfügen, ohne es für das Bauen ausgeben zu müssen. Das macht den Bausparvertrag für Azubis und Studenten zu einem extrem lukrativen Sparbuch-Ersatz.

10. Rechtliches

Darf die Bausparkasse meinen alten Vertrag kündigen?

Ja, unter bestimmten Bedingungen. Wenn dein Vertrag seit mehr als 10 Jahren zuteilungsreif ist, darf die Kasse nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs kündigen (§ 489 BGB). Die Kassen machen das oft bei alten Verträgen, die noch sehr hohe Guthabenzinsen (z. B. 3 % oder 4 %) garantieren.

Was ist ein "Disagio" beim Bauspardarlehen?

Das Disagio ist ein Abschlag von der Darlehenssumme. Wenn du 10.000 € Darlehen aufnimmst, aber nur 9.500 € ausgezahlt bekommst, sind die 500 € das Disagio. Es dient als eine Art im Voraus gezahlter Zins, um die monatliche Rate niedrig zu halten.

11. Verwendung & Modernisierung

Kann ich mit dem Bausparer auch eine neue Küche kaufen?

Das kommt auf die Summe an. Kleindarlehen (oft bis 30.000 €) werden von Bausparkassen häufig ohne Grundbucheintrag vergeben. Solange die Investition der "Wohnraumverbesserung" dient, ist das meist möglich. Eine Luxusküche zählt dazu, ein neues Auto hingegen nicht.

Bausparvertrag für energetische Sanierung nutzen – geht das?

Absolut! Das ist momentan einer der Hauptgründe für den Abschluss. Ob Wärmepumpe, Solaranlage oder neue Fenster: Da diese Maßnahmen den Wert der Immobilie steigern, sind sie perfekt über ein Bauspardarlehen finanzierbar.

12. Vergleich mit anderen Finanzierungen

Was ist der Unterschied zwischen einem Bankdarlehen und einem Bauspardarlehen?

Beim Bankdarlehen (Annuitätendarlehen) steht der Zins meist für 10 oder 15 Jahre fest. Danach kommt das Risiko der Anschlussfinanzierung. Beim Bausparer weißt du schon heute, welchen Zins du in 15 Jahren zahlst – egal, wie sich der Markt entwickelt. Dafür sind die Tilgungsraten beim Bausparer oft höher (schnellere Rückzahlung).

Wieso kein Bausparvertrag? Wann ist er ungeeignet?

Wenn du bereits weißt, dass du niemals bauen oder renovieren wirst, sind die Abschlussgebühr und die niedrigen Guthabenzinsen ein Verlustgeschäft. In diesem Fall fährst du mit einem ETF-Sparplan oder Tagesgeld besser.

13. Kurioses & Hintergrund

Wer ist der Abtretungsgläubiger beim Bausparvertrag?

Wenn du deinen Bausparvertrag als Sicherheit für einen anderen Kredit (z. B. bei einer Bank) hinterlegst, "trittst du ihn ab". Derjenige, dem du die Sicherheit gibst (die Bank), ist dann der Abtretungsgläubiger.

Wofür steht eigentlich das "LBS" in LBS Bausparvertrag?

LBS steht für Landesbausparkasse. Das sind die Bausparkassen der Sparkassen-Finanzgruppe, die regional nach Bundesländern organisiert sind (z. B. LBS NordWest, LBS Süd).

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